Umherziehender Schurkenplanet im Weltraum gefunden
Umherziehender Schurkenplanet im Weltraum gefunden
Anonim

Mit Hilfe der Mikrolinsentechnologie ist es Astronomen gelungen, einen kleinen wandernden Planeten zu finden, dessen Masse ungefähr der Masse der Erde entspricht.

Ein Objekt zu finden, das vor dem Hintergrund eines kosmischen Abgrunds kein Licht aussendet, ist keine leichte Aufgabe, aber Wissenschaftler haben einen Ausweg aus dieser Situation gefunden.

Stellt man sich ein Sternensystem als Familie vor, dann verlassen manche Planeten ihr Zuhause früh. Nachdem sie die gravitative Umarmung ihrer Familie verlassen haben, sind sie zum ewigen Driften im interstellaren Raum verdammt, an keinen Stern gebunden. Astronomen nennen diese Körper gerne "Schurkenplaneten", und kürzlich fand ein Team von Astronomen einen dieser wandernden Planeten mit einer Masse, die ungefähr der des Mars oder der Erde entspricht.

Es ist äußerst schwierig, im Weltraum etwas zu finden, das kein eigenes Licht ausstrahlt. Aber genau das tun zwei wissenschaftliche Organisationen. Dies sind die OGLE-Kollaboration (Optical Gravitational Lensing Experiment) und die KMTN-Kollaboration (Korea Microlensing Telescope Network).

Kürzlich gab eine Gruppe von Wissenschaftlern beider Organisationen die Entdeckung eines massearmen Schurkenplaneten bekannt. Es gibt keine Sterne in seiner Nähe, und daher wurde seine Entfernung von der Erde noch nicht bestätigt. Das Team argumentiert, dass die Entdeckung beweist, dass Mikrolinsen effektiv bei der Erkennung von Planeten mit Erdmasse sind, die frei im Weltraum schweben – ein großer Fortschritt.

Astronomen gehen davon aus, dass in den frühen Tagen des Sonnensystems einige massearme Planeten durch die schwache Schwerkraft des Sterns in den Weltraum geschleudert wurden. In den frühen Tagen ist das gesamte System ein Chaos, und die Gravitationswechselwirkung zwischen dem Stern und seinen Planeten kann tatsächlich kleine Körper nach außen "vertreiben".

„Laut den Theorien der Planetenentstehung sollten die typischen Massen von Exilplaneten zwischen 0,3 und 1,0 Erdmassen liegen“, schreiben die Autoren.

Um diese winzigen Körper in der weiten Dunkelheit des Weltraums zu finden, ist ein innovativer Ansatz erforderlich: Gravitationslinsen. Gravitationslinsen erfordern zwei Dinge: eine entfernte Lichtquelle (normalerweise ein Stern) und ein näheres Objekt mit genügend Masse, um als Linse zu wirken und Licht von der Lichtquelle abzulenken.

In diesem Fall wirkt ein Planet mit geringer Masse als Linse. Und je nachdem, wie stark das Vordergrundobjekt das Licht eines entfernten Sterns beeinflusst, können Astronomen eine Reihe wertvoller Informationen darüber gewinnen.

Laut den Autoren ist der neue Planet "die extremste bisher entdeckte Kurzzeit-Mikrolinse".

In den letzten Jahrzehnten ist das Wissen über Exoplaneten sprunghaft angestiegen. Wir kennen jetzt Tausende von ihnen und erwarten, dass Planeten fast jeden Stern umkreisen. All dieses Wissen hat zu aktualisierten Theorien und Modellen der Planeten- und Sonnensystembildung geführt. Und diese Modelle zeigen, dass es viele Schurkenplaneten auf der Welt geben muss, die aus ihren Systemen geworfen wurden.

Der Punkt ist, dass es allein in der Milchstraße Milliarden oder sogar Billionen frei schwebender Planeten geben kann. In ihrer Arbeit listen die Autoren die Wege auf, wie die Planeten "verwaist" werden könnten: Zerstreuung von Planeten; dynamische Interaktionen zwischen Riesenplaneten, die die Umlaufbahnen kleinerer innerer Planeten stören; Wechselwirkungen zwischen Sternen in Doppel- oder Tripelsystemen und Sternhaufen; Sternspannen; Wirtssternevolution und mehr.

Übrigens eine interessante Tatsache: Der Planet namens OGLE-2016-BLG-1928 wurde durch Mikrolinsen entdeckt, die nur 41,5 Minuten dauerten.

Beliebt nach Thema