Uralte Kristalle aus Australien erzählen die Geschichte vom "ersten" Magnetfeld der Erde
Uralte Kristalle aus Australien erzählen die Geschichte vom "ersten" Magnetfeld der Erde
Anonim

Winzige Kristalle (im Bild), die in Australien gefunden wurden, helfen Wissenschaftlern, die alte Geschichte des ersten Magnetfelds unseres Planeten zu verstehen, das vor Hunderten von Millionen Jahren verschwand. Die Untersuchung dieser Kristalle zeigte, dass dieses Feld tatsächlich viel stärker war als bisher angenommen. Dies wiederum kann helfen, die Frage nach den Ursachen des Lebens auf der Erde zu beantworten.

Diese winzigen, uralten Kristalle sind nach Schätzungen von Wissenschaftlern in über eine halbe Milliarde Jahre alte Steine ​​eingeschlossen. Damals schwebten winzige magnetische Partikel in geschmolzenem Gestein. Beim Abkühlen der Steine ​​verloren diese entlang der Magnetfeldlinien orientierten Partikel jedoch ihre Beweglichkeit. Dies führte zur Fixierung der räumlichen Orientierung magnetischer Teilchen, die durch das antike Magnetfeld induziert wurde, und zur Bewahrung von Informationen über seine Intensität bis heute. Dieses Feld erwies sich laut einer neuen Studie als viel mächtiger als angenommen.

Die moderne Wissenschaft geht davon aus, dass das Erdmagnetfeld durch die Rotation eines festen Eisenkerns in einer flüssigen Hülle entsteht, die ebenfalls aus Eisen besteht und als äußerer Kern bezeichnet wird. Dieses Magnetfeld schützt den Planeten vor schädlichen Partikeln des Sonnenwinds und der kosmischen Strahlung.

Das Magnetfeld der Erde ist laut dieser neuen Studie etwa 4,2 Milliarden Jahre alt. Bis vor 565 Millionen Jahren, lange bevor die Dinosaurier auftauchten, und am Vorabend der berühmten "Explosion" der Vielfalt komplexer Lebensformen zu Beginn des Kambriums war der Mechanismus der Bildung dieses Feldes jedoch anders vom modernen. Zu dieser Zeit hatte die Erde keinen inneren Kern. Magnesiumoxid, gelöst in einem vollständig flüssigen Kern, wurde jedoch als Ergebnis derselben riesigen Kollision, die den Mond bildete, langsam vom Kern in den Mantel überführt. Diese Bewegung von Magnesium bewirkte, dass die Erde ein frühes Magnetfeld entwickelte.

Als die Magnesiumoxid-Vorräte im Kern aufgebraucht waren, verschwand das zugehörige Magnetfeld vollständig, doch um diese Zeit hatte sich bereits ein fester innerer Kern gebildet – und er rettete Leben auf unserem Planeten.

Bisher glaubten Wissenschaftler, dass das uralte Magnetfeld der Erde, das mit dem Übergang von Magnesium vom Kern zum Mantel verbunden war, viel schwächer war als das moderne Magnetfeld. Die Untersuchung dieser winzigen Zirkonkristalle, die sich während der Dominanz des ersten Magnetfelds der Erde bildeten, zeigte jedoch, dass diese Position falsch war.

Die Studie wurde am 20. Januar in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht; Hauptautor John Tarduno von der University of Rochester, USA.

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