Neutronentomographie zeigt die Entwicklung von Dinosauriern in versteinerten Eiern
Neutronentomographie zeigt die Entwicklung von Dinosauriern in versteinerten Eiern
Anonim

Die große Familie der Oviraptoriden blühte während der zweiten Hälfte der Kreidezeit zwischen 90 und 66 Millionen Jahren auf. Diese Dinosaurier waren Vögeln sehr ähnlich: Sie liefen auf zwei Beinen, waren mit Federn bedeckt, hatten zahnlose Schnäbel im Gesicht und schlüpften in Nestern. Gelege von Eiern werden jedoch auch von Krokodilen hinterlassen, die auch ausgestorbenen Dinosauriern sehr nahe stehen.

Ihre Nachkommen schlüpfen zur gleichen Zeit, während bei modernen Vögeln die Jungen normalerweise zu unterschiedlichen Zeiten schlüpfen, wenn die Reifung abgeschlossen ist. Was ist mit den Oviraptoriden? Um das herauszufinden, genügt es, in das Ei zu schauen. Leider sind Dinosauriereier schon lange versteinert, daher ist es nicht einfach, ihren Inhalt zu untersuchen - und selbst eine Röntgenaufnahme funktioniert nicht.

Paläontologen aus Deutschland, der Schweiz und China nutzten dafür Neutronenquellen, die am Beschleunigerzentrum MLZ bei München betrieben werden. Sie berichten über ihre Arbeit in einem Artikel, der in der Zeitschrift Integrative Organismal Biology veröffentlicht wurde. Die Pressemitteilung der Universität Bonn berichtet kurz darüber.

Drei Eier aus dem Oviraptoridengelege / © Tzu-Ruei Yang

Thomas Engler und seine Kollegen verwendeten Exemplare, die in der chinesischen Provinz Jiangxi in einem einzigen Gelege ausgegraben wurden und auf ein Alter von etwa 67 Millionen Jahren datieren. Drei etwa 18 Zentimeter lange Eier wurden zusammen versteinert, und Biologen verwendeten Neutronentomographie, um die Schnitte zu beleuchten und das Ausmaß der Skelett- und Bandentwicklung in Embryonen zu untersuchen.

Ei Nr. 3, basierend auf einer Fotoserie / © Jens Lallensack

Ein mächtiger Partikelstrom konnte das Gestein durchbrechen und machte es möglich, Mineralien unterschiedlicher Dichte sichtbar zu machen, darunter auch solche, zu denen die Knochen ungeborener Oviraptoriden über Jahrmillionen geworden sind. Die Länge und relative Position dieser Knochen zeigte, dass eines der Eier früher gelegt wurde als ein Paar anderer aus dem gleichen Gelege.

Allerdings befanden sich auch bei diesen beiden Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, was durch die Untersuchung der Mikrostruktur der Proben bestätigt wurde. Tatsache ist, dass mit dem Wachstum der Embryonen die Dicke ihrer Schale allmählich abnimmt und das daraus gewonnene Kalzium zur Bildung von Knochen verwendet wird.

Dieser Indikator zeigte auch Unterschiede in der Entwicklung von Embryonen in Eiern aus einem gemeinsamen Gelege an, und alles zusammen zeigt laut den Autoren der Arbeit eindeutig, dass Oviraptoriden noch näher an modernen Vögeln waren und sogar ihre Nachkommen wie ihre gleichzeitig auftauchten Zeit.

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