Die geheimnisvollen Tröge von Gotland
Die geheimnisvollen Tröge von Gotland
Anonim

Auf der ganzen Welt gibt es noch viele weitere Geheimnisse und Mysterien, von denen einige direkt unter Ihren Füßen liegen. Natürlich kann die Antwort darauf einfach bis zur Banalität sein oder ein erstaunliches Geheimnis enthüllen, an das wir nicht einmal gedacht haben.

Über tausend Steine, die über die Insel Gotland in der Mitte der Ostsee verstreut sind, unterscheiden sich vom Rest der Felsbrocken durch ungewöhnliche künstliche Rillen und Rillen, die in die glatte und harte Oberfläche des Gesteins geschnitten wurden.

Muster werden immer in Gruppen von mehreren Markierungen gefunden, nebeneinander eingraviert und variieren in Länge, Tiefe und Breite.

Auf den ersten Blick scheinen diese Rillen so zu sein, als ob jemand ein scharfes Schwert oder eine Axt an einem Stein geschärft hat.

Dies war die erste Version, die unmittelbar nach der Entdeckung erstaunlicher Steine ​​Mitte des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck kam. Später wurden diese Steine ​​als Schleifsteine ​​​​genannt. Doch schon bald begannen die Forscher an der ursprünglichen Theorie zu zweifeln, da Form und Größe der Schlitze damals nicht zum Schärfen von scharfen Waffen geeignet waren. Jemand stellte fest, dass die Waffen nicht nur aus der Steinzeit, sondern auch aus dem Mittelalter oder der Wikingerzeit für solche Rinnen zu breit waren.

Ein weiterer Beweis gegen die Version von Wetzsteinen ist, dass in der Nähe kein einziges Steinbeil oder Schwert gefunden wurde, das in einem so felsigen Kopfsteinpflaster geschärft werden könnte. Archäologen haben keine Überreste antiker Waffen gefunden, auch nicht an den Orten, an denen der Legende nach Anschein von antiken Schmieden bestand.

Granit- und Kalksteine ​​mit ungewöhnlichen Schliffen findet man nicht nur auf der Insel Gotland. In ganz Europa wurden Felsbrocken mit mysteriösen Rillen in Ländern wie Norwegen, Finnland, Frankreich, Luxemburg und England gefunden. Selbst in Indien und Australien wurden mysteriöse Felsbrocken entdeckt.

In Frankreich gefundene ähnliche Gegenstände wurden der Jungsteinzeit zugeschrieben und wurden Polissoirs (Poliersteine, Bohnermaschinen) genannt. Der Verarbeitungstechnik nach zu urteilen, wurden diese Steine ​​von den Völkern derselben Kultur geprägt, die Dolmen (Steingräber) und Menhire (Steinsäulen) errichtet haben. Doch nirgendwo wurden häufiger mysteriöse Einschnitte in den Fels gefunden als auf Gotland. Hier sind sie buchstäblich über die ganze Insel verstreut. Tröge wurden sowohl auf einzelnen Felsblöcken oder monolithischen Gesteinen als auch auf Kalksteinhängen gefunden.

Einst schlug der amerikanische Astronom Gerald Hawkins vor, dass der legendäre Stonehenge-Komplex zur Erforschung des Himmels verwendet wird. Europäische Entdecker übernahmen diese Praxis und versuchten auch, für fast jeden Steinzeitfund einen astronomischen Zusammenhang zu finden. Darauf liefen alle Theorien hinaus, als Wissenschaftler in eine Sackgasse gelangten.

Tröge aus Gotland sind keine Ausnahme. Moderne Archäologen sind nun ratlos, ob die Rillenplatzierung Aufschluss über den geheimen Zweck der Funde geben könnte. Viele der Schlitze entsprechen tatsächlich den Positionen von Himmelskörpern wie Sonne und Mond.

Forscher erklären die Lage der Rillen jedoch auf unterschiedliche Weise. Einige glauben, dass die Tröge eine Art Mondkalender darstellen, während andere Wissenschaftler glauben, dass es eine einfachere Erklärung gibt. Insbesondere glauben sie, dass die Steine ​​in verschiedene Richtungen gedreht wurden, nur damit die Sonne die Augen der Meister nicht blendet.

Bis heute wurden auf Gotland über 3.600 polierte Markierungen gefunden, von denen 700 in harten Kalksteinfelsen zu finden sind, und der Rest verteilt sich auf 800 Steinblöcke, die über die Hänge der Insel verstreut sind.

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