In der Atmosphäre dieses glühenden Exoplaneten können sich Atome nicht zu Molekülen verbinden
In der Atmosphäre dieses glühenden Exoplaneten können sich Atome nicht zu Molekülen verbinden
Anonim

In der weißglühenden Atmosphäre dieses Exoplaneten namens KELT-9b werden sogar die Moleküle auseinandergerissen.

Massive Gasriesen, die als "heiße Jupiter" bezeichnet werden – Planeten, die zu nahe an ihrem Mutterstern kreisen, um auf ihrer Oberfläche leben zu können – gehören zu den ungewöhnlichsten Welten außerhalb des Sonnensystems. Neue Beobachtungen zeigen, dass der heißeste dieser Planeten ionisiertes Gas in der Atmosphäre enthält – dh ein Gas, dessen Moleküle bei hohen Temperaturen in Atome zerfallen.

Dieser Planet namens KELT-9b ist ein superheißer, heißer Jupiter, der etwa dreimal die Masse des größten Planeten im Sonnensystem hat und einen etwa 670 Lichtjahre entfernten Stern umkreist. Dieser Planet - dessen Oberflächentemperatur 4300 Grad Celsius erreicht (was sogar mehr als die Temperatur einiger Sterne ist) ist der heißeste Planet, der bis heute von Wissenschaftlern entdeckt wurde. Die Nähe des Planeten zum Stern bestimmt seine synchrone Rotation – mit anderen Worten, der Planet KELT-9b steht dem Mutterstern immer mit der gleichen Seite, der sogenannten Tagseite, gegenüber, während die andere, Nachtseite des Planeten im ewigen Schatten bleibt.

In der neuen Studie benutzte ein Team von Astronomen unter der Leitung von Megan Mansfield, einer Doktorandin an der University of Chicago, USA, das Spitzer-Weltraumteleskop der NASA, um den Planeten KELT-9b zu beobachten. Die vom Team durchgeführten Beobachtungen zeigten, dass das thermische Regime auf dem Planeten die Dissoziation von Wasserstoffmolekülen auf der Tagseite des Planeten verursacht, während sich die Partikel auf der Nachtseite zu molekularem Wasserstoff rekombinieren. Moleküle des neutralen Wasserstoffs fallen dann wieder auf die Tagseite, wo ihre Dissoziation erneut stattfindet, wodurch der Kreislauf geschlossen wird. Die Berechnung alternativer Modelle, bei denen keine Wasserstoffdissoziation auftritt, erfordert das Vorhandensein schneller Winde auf dem Planeten, die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde bewegen - was unwahrscheinlich erscheint, erklärten die Autoren.

Die Studie wird im Astrophysical Journal veröffentlicht.

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