Tomaten warnen sich gegenseitig mit Strom vor Schädlingen
Tomaten warnen sich gegenseitig mit Strom vor Schädlingen
Anonim

Brasilianische Biologen haben herausgefunden, dass Tomatenfrüchte andere Teile des Busches und andere Pflanzen durch elektrische Signale auf Schädlinge aufmerksam machen. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Frontiers in Sustainable Food Systems veröffentlicht.

Seit 350 Millionen Jahren gibt es einen evolutionären Wettlauf: Pflanzen produzieren Giftstoffe, füllen ihre Zellen mit ungenießbaren Siliziumpartikeln und warnen sich gegenseitig mit verschiedenen Signalen vor Feinden. Pflanzenfresser neutralisieren mit Hilfe verschiedener Enzyme Pflanzengifte und neutralisieren Partikel, die sie stören.

Gabriela Reisig von der Bundesuniversität Pelotas (Brasilien) und ihre Kollegen fanden heraus, dass sich Pflanzen und ihre Früchte beim ersten Anzeichen einer Gefahr auch mit Hilfe elektrischer Signale gegenseitig warnen können.

Während der Studie platzierten Wissenschaftler mehrere Tomaten in einem sogenannten Faradayschen Käfig. Dieses Gerät isoliert darin befindliche Gegenstände von äußeren elektromagnetischen Feldern. Dadurch ist es möglich, selbst schwächste elektrische Felder von biologischen Objekten genau zu messen.

Sobald die Raupen von Baumwollschaufeln auf den Früchten erschienen - gefährliche Tomatenschädlinge - begannen reife und unreife Tomaten unterschiedliche elektrische Signale zu erzeugen. In anderen Pflanzenteilen veränderten diese Signale ihre lebenswichtigen Funktionen – zum Beispiel begannen Pflanzenzellen vermehrt Wasserstoffperoxid und andere Stoffe zu produzieren, die Raupen verscheuchen.

Wissenschaftler vermuten, dass der Hauptkanal für die Übertragung elektrischer Impulse die Zellen des Gefäßgewebes von Pflanzen sind, die einen relativ geringen elektrischen Widerstand aufweisen. Die Forscher hoffen, dass eine weitere Untersuchung dieser Signale dazu beitragen wird, zu verstehen, welche andere Rolle sie im Leben von Tomaten und anderen Kulturpflanzen spielen können, sowie Methoden zur Steuerung dieser Signale zu entwickeln. Reisig und ihre Kollegen hoffen, dass Wissenschaftler und Landwirte dank ihrer Arbeit die Reifung von Früchten flexibel steuern können.

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