Eine seltsame Höhle in England entpuppte sich als Zufluchtsort eines im Exil lebenden Königs
Eine seltsame Höhle in England entpuppte sich als Zufluchtsort eines im Exil lebenden Königs
Anonim

In der Grafschaft Derbyshire in England gibt es ein uraltes Netz künstlicher Höhlen, die absichtlich von Menschenhand geschaffen wurden. Wissenschaftler konnten lange Zeit nicht verstehen, wie sie verwendet wurden, aber eine neue Studie zeigte dies im 9. Jahrhundert n. Chr. dort lebte der im Exil lebende König von Northumbria, der einen einsiedlerischen Lebensstil führte und später als Heiliger anerkannt wurde.

Nach dem Exil oder der Pensionierung zogen es viele Monarchen vor, ein religiöses Leben zu führen und dadurch Heiligkeit zu erlangen. Und die Einsiedelei war eine der besten Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen.

Aus dem Englischen übersetzt klingt der Name der Höhlen wie "Anchor Church". Es wurde aus dem griechischen Begriff ἀναχωρέω anachōreō gebildet, was „aufs Land gehen“bedeutet, was optisch dem englischen Wort „Anker“ähnelt.

Die lokale Legende besagt, dass König Erdwulf, oder Saint Hardulf, wie er später genannt wurde, in Höhlen lebte, nachdem er 806 n. Chr. entthront und verbannt worden war. Erdwulf regierte während einer Periode politischer Instabilität im mittelalterlichen England. Er bestieg 796 den Thron und regierte Northumbria (eines der sieben Königreiche der angelsächsischen Heptarchie mit der Hauptstadt York) nur 10 Jahre lang, danach wurde er vermutlich von seinem Sohn gestürzt. Nun haben Wissenschaftler genau festgestellt, wo Erdwulf nach diesen Ereignissen lebte.

Forscher der Royal Agricultural University (UK) haben das ursprüngliche Aussehen der Höhlen rekonstruiert, die aus drei Räumen und einer nach Osten ausgerichteten Kapelle bestanden. Dazu nutzten sie detaillierte Messungen, Drohnenaufnahmen und sorgfältiges Studium der Besonderheiten der Höhlen, die sehr an sächsische Architektur erinnern.

Wissenschaftler glauben, dass diese Höhlen im 18. Jahrhundert vom englischen Aristokraten Sir Robert Burdett wieder aufgebaut wurden. Er rüstete sie aus, damit seine Freunde in den kühlen Zellen der Ankerkirche speisen konnten. Burdette baute auch Mauerwerk und Fensterrahmen in die Höhlen ein und verbreiterte die Türen, damit Frauen in voluminösen Kleidern eintreten konnten.

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