Vor 450 Millionen Jahren hat ein Skorpion einem Trilobiten das Auge ausgestochen
Vor 450 Millionen Jahren hat ein Skorpion einem Trilobiten das Auge ausgestochen
Anonim

Forscher haben in Tschechien die versteinerten Überreste eines Trilobiten entdeckt, der vor mehr als 450 Millionen Jahren dem drohenden Tod entging.

Nur der Kopf ist von dem alten Meeresarthropoden übrig geblieben. Wissenschaftler glauben, dass ein riesiger Seeskorpion (ein ausgestorbener Arthropode der Ordnung Eurypterida) Kratzer auf seinem Panzer und seinem Kopfschild verursacht haben könnte. Der uralte Skorpion raubte dem Trilobiten auch ein Auge.

Solche Fossilien von Trilobiten, die eine Kopfverletzung überlebt haben, sind selten. Dieses besondere Exemplar (ein Mitglied der Art Dalmanitina socialis) konnte nicht nur überleben, sondern auch ein neues Auge wachsen lassen, um das verlorene zu ersetzen. Daher ist dieses Fossil von besonderem wissenschaftlichem Interesse.

Das rekonstruierte Auge des Trilobiten war etwas verschoben und seine Struktur war nicht so perfekt wie die des vorherigen, aber es erfüllte seine Sehfunktion korrekt. Das haben die Autoren einer Arbeit herausgefunden, die in der Fachzeitschrift International Journal of Paleopathology veröffentlicht wurde.

Kratzer am Panzer dieses Trilobiten könnten mit einer Zange oder Klauen entstanden sein. Wissenschaftler neigen zu der Annahme, dass dieser "Meerestank" den Schalentieren, auch bekannt als Seeskorpion, zum Opfer gefallen sein könnte.

Fossil des Schalentiers Eurypterus remipes.

Foto von Eduard Solà Vázquez / CC BY-SA 3.0.

Krebse gab es im gesamten Paläozoikum und konnten die Größe einer menschlichen Hand oder größer als eine ganze Person haben, berichtet ScienceAlert. Für solche Seeungeheuer waren Trilobiten leichte und häufige Beute.

Moderne Kopffüßer wie Kraken sind dafür bekannt, die Augen von Krabben zu durchbohren, die dann gegessen werden. Sie tun dies mit zwei kräftigen Kiefern, die Forscher Schnabel nennen.

Die Autoren der neuen Arbeit fanden jedoch keine Hinweise darauf, dass das Auge des Trilobiten durchbohrt war. Darüber hinaus wurden in derselben Region in der Nähe der Fossilien von Trilobiten bereits Überreste von Seeskorpionen gefunden. Ihre Zangen waren perfekt an das Kratzen und "Amputieren" von Körperteilen von Opfern angepasst.

Daher kamen die Forscher zu dem Schluss, dass der "Hauptverdächtige", der dem Trilobiten schreckliche Verletzungen zufügte, ein großer Gliederfüßer ist: höchstwahrscheinlich ein riesiger Seeskorpion.

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