Sonnenstrahlen verwandeln Plastik im Meer in eine "chemische Suppe"
Sonnenstrahlen verwandeln Plastik im Meer in eine "chemische Suppe"
Anonim

Wissenschaftler des Woods Hole Oceanographic Institute, USA, sind zu dem Schluss gekommen, dass Mikroplastik nicht das größte Problem beim Zerfall von Plastiktüten und -flaschen ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Sonnenlicht nicht nur Kunststoffe im Meer „zersetzt“, sondern auch deren Basispolymere und Additive in eine Mischung aus neuen und hochgefährlichen Chemikalien umwandeln kann.

Wissenschaftler mögen Plastik definitiv nicht, aber es stellte sich heraus, dass es viel schlimmer ist, als sie bisher dachten.

Im Rahmen ihrer Arbeit untersuchten die Wissenschaftler, wie sich die Sonnenstrahlen auf gewöhnliche Plastiktüten aus Supermärkten auswirken (sie nahmen Proben von Target und Walmart). Sie untersuchten auch Goodfellow LDPE-Beutel.

Alle Verpackungen wurden nach dem Gehalt an bestimmten organischen Stoffen und Metallen in Gruppen eingeteilt. Die Proben wurden in sterilisierte Becher gegeben, die mit einer ionisierten Lösung gefüllt waren, um das Eintauchen in Meerwasser zu simulieren.

Die Hälfte der Gläser wurde in einen dunklen Raum gebracht, der Rest fünf Tage in einer temperierten Zelle, in der ständig die „künstliche Sonne“schien.

Es wurde festgestellt, dass die im Dunkeln gelassenen Proben eine kleine Menge gelöster organischer Verbindungen in die Kochsalzlösung freisetzten. Diejenigen, die im Licht blieben, wurden jedoch einfach in neue Chemikalien gebadet! Nach der Untersuchung der Zusammensetzung der "Sonnenlösung" entdeckten die Autoren der Arbeit Zehntausende gelöster organischer Verbindungen, die alle in nur 5 Tagen erschienen.

Die Autoren der Arbeit fassen zusammen, dass der Prozess des Plastikzerfalls tatsächlich zehnmal komplizierter ist, als wir immer dachten. Es hinterlässt viele giftige Materialien, die zuvor nicht einmal als Problem angesehen wurden. „Wir müssen nicht nur über das Schicksal und die Auswirkungen der ursprünglichen Kunststoffe auf die Umwelt nachdenken, sondern auch über die Umwandlung dieser Materialien“, schreiben die Wissenschaftler.

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