Die Gehirngröße beeinflusst die Populationsdichte von Säugetieren
Die Gehirngröße beeinflusst die Populationsdichte von Säugetieren
Anonim

Wissenschaftler haben gezeigt, dass Säugetiere mit großen Gehirnen in bestimmten Bereichen tendenziell weniger zahlreich sind als Tiere mit kleinen Gehirnen.

Die Studie ist im Journal of Animal Ecology veröffentlicht. Ökologen haben seit langem festgestellt, dass verschiedene Organismen die natürliche Umgebung mit unterschiedlicher Dichte bewohnen, aber welche spezifischen Faktoren diese Dichte bestimmen, gilt immer noch als eines der ungelösten Probleme der Wissenschaft.

Denn die Zahl vieler Arten variiert je nach Gebiet stark – und sogar bei ähnlichen Tieren, die dieselbe ökologische Nische besetzen. Dieses Wissen ist wichtig für den Artenschutz, da geringe Populationszahlen zu ihrem Aussterben führen können.

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Experten der University of Reading (UK) untersuchte erstmals den Zusammenhang zwischen Gehirngröße und Bevölkerungsdichte flugunfähiger Landsäugetiere. Anhand statistischer Modelle, die Wissenschaftler auf 656 Arten anwendeten, kamen sie zu dem Schluss, dass es für alle Säugetiere einen allgemeinen Trend gibt: Je größer das Gehirn, desto geringer die Populationsdichte.

Diese Zahl für den in Gibraltar lebenden Berberaffen (Magot) mit einem Körpergewicht von 11 Kilogramm und einem Gehirn von 95 Gramm beträgt also durchschnittlich 36 Individuen pro Quadratkilometer. Und bei Siamangs – Primaten, die zu den Gibbons gehören – mit ähnlichem Körpergewicht, aber einem Gehirn von 123 Gramm, ist die durchschnittliche Populationsgröße fast dreimal geringer: 14 Individuen pro Quadratkilometer.

Dies bedeutet, dass dieser Trend auch für diejenigen Arten gilt, die eine ähnliche Ernährung und ein ähnliches Körpergewicht haben: diejenigen mit größeren Gehirnen sind weniger zahlreich. Das mag laut den Forschern daran liegen, dass das große Gehirn viele Energieressourcen verbraucht und daher viel Nahrung benötigt.

Natürlich ist die Gehirngröße nicht das einzige, was die Bevölkerungsdichte beeinflusst. Dies wird sowohl durch das Umfeld als auch durch die Präsenz von Wettbewerbern beeinflusst. Daher ist laut Experten weitere Forschung erforderlich. Allerdings lässt sich bereits in diesem Stadium eine Gesamtkorrelation zwischen Gehirngröße und -anzahl nachweisen.

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