Hyänen stopfen seit Tausenden von Jahren Knochen in eine riesige Lavaröhre in Saudi-Arabien
Hyänen stopfen seit Tausenden von Jahren Knochen in eine riesige Lavaröhre in Saudi-Arabien
Anonim

Wissenschaftler, die eine getrocknete Lavaröhre im Nordwesten Saudi-Arabiens untersuchten, waren fassungslos, als sie eine riesige Ansammlung von Knochen von Pferden, Eseln und sogar Menschen fanden.

„Wir betreten das Territorium der gestreiften Hyänen. Die Streifenhyäne liebt es, Knochen aufzubewahren und aufzubewahren“, sagt Matthew Stewart, Zooarchäologe am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. Obwohl die Hyänen in Saudi-Arabien inzwischen vom Aussterben bedroht sind, scheinen sie während des größten Teils des Holozäns äußerst aktiv gewesen zu sein. Stewart und sein Team haben eine Analyse der ungewöhnlichen Funde in der Zeitschrift Archaeological and Anthropological Sciences veröffentlicht.

Obwohl Mitte der 2000er Jahre eine kilometerlange Lavaröhre entdeckt wurde, gingen die Entdecker nicht zu tief in die Höhle. Das vorherige Team sagte, sie hätten Knurren in Lavaröhren gehört – ein erschreckendes Zeichen dafür, dass die so eifersüchtig bewachte Hyänenpopulation in Saudi-Arabien ein neues Zuhause gefunden hat und bereit ist, es auf Kosten ihres eigenen Lebens zu verteidigen.

Das neue Team musste also herausfinden, wie eine riesige Menge an Knochen – von denen Hunderttausende mindestens 40 verschiedenen Arten angehören und von vor etwa 7.000 Jahren bis in die viktorianische Ära datieren – im hinteren Teil einer Lavaröhre vergraben wurden.

Nachdem alle Knochen katalogisiert und die Kratzer, Zahnspuren und Verdauungsprodukte untersucht wurden, kam man zu dem Schluss, dass die "Speisekammer" wirklich den Hyänen gehört. Ein weiterer Beweis dafür waren menschliche Schädel, die ebenfalls in der Höhle gefunden wurden: Hyänen sind dafür bekannt, Menschengräber für Fleisch zu zerreißen. „Nach einer Mahlzeit mit Streifenhyänen bleibt immer nur ein Schädeldach übrig“, bemerkte der Archäologe. „Anscheinend interessieren sich Hyänen nicht besonders für Schädeldecken. Wir haben fünf oder sechs Hüte gezählt, die gründlich abgenutzt waren, aber nichts anderes hat überlebt.

Der überraschendste Umstand für die Forscher war die Tatsache, dass die meisten Knochen bis heute hervorragend erhalten geblieben sind. Ohne es zu wissen, haben die Hyänen ihr Versteck in eine "Zeitkapsel" verwandelt, in der sich die Wissenschaftler viele interessante Informationen über die Geschichte und Artenvielfalt der Region erhoffen.

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