Archäologen sprechen über den letzten Tag von Pompeji
Archäologen sprechen über den letzten Tag von Pompeji
Anonim

Menschen, die während des Ausbruchs des Vesuvs in steinernen Bootsschuppen Zuflucht suchten, starben langsamer als diejenigen, die sich nicht versteckten, nachdem sie den schrecklichsten und schmerzhaftesten Tod akzeptiert hatten.

Während des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. tötete die Explosion nicht sofort alle in Herculaneum, einem Marinevorposten von Pompeji. Es gelang den Menschen, sich in steinernen Bootsschuppen zu verstecken, wo ein schmerzlicherer Tod auf sie wartete: Sie wurden lange Zeit gebacken und erstickt. Darauf weisen die Ergebnisse neuerer Studien hin.

Früher glaubte man, dass jeder, der vor der legendären Eruption geflohen war, sofort von einer Welle glühender vulkanischer Gase und heißer Asche verbrannt wurde, die die Stadt bedeckte. Aber eine kürzlich durchgeführte Analyse der in Herculaneum gefundenen Überreste widerlegt diese Theorie und erzählt vom langsameren und schrecklicheren Tod derer, die der Schockwelle entkommen sind.

Die Forscher untersuchten die Knochenstruktur und den Kollagenspiegel bei 152 Personen, die in Bootsschuppen gefunden wurden. Wissenschaftler haben mehr Kollagen gefunden als erwartet, was bedeutet, dass die Opfer nicht nur in der Hitze des Vesuvs ausgebrannt sind. Die Struktur ihrer Rippen lässt vermuten, dass die Flüchtlinge auf den Straßen der Stadt kälteren Temperaturen ausgesetzt waren als zum Zeitpunkt des Ausbruchs. Die Temperatur der Druckwelle wurde auf bis zu 480 °C geschätzt.

Überreste von Menschen, die vom Vesuv bei lebendigem Leibe gebacken wurden

Die Ergebnisse der Forschung zeichnen ein schreckliches Bild: Die Bewohner von Herculaneum versteckten sich nur, um sich lebendig zu backen und erstickten an giftigem Vulkangas. Die Anstalt entpuppte sich als Folterkammer, aus der niemand entkommen konnte, schlussfolgert der Autor der Studie, der Anthropologe Tim Thompson von der Teesside University in Middlesbrough (England). In den Bootshäusern versteckten sich vor allem Frauen und Kinder. Die Männer wurden an der Küste gefunden, in der Nähe, wo sie Boote zu Wasser ließen, um aus der feurigen Hölle zu segeln.

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