Superflares sind für Exoplaneten weniger gefährlich als bisher angenommen
Superflares sind für Exoplaneten weniger gefährlich als bisher angenommen
Anonim

Superflares, extreme Strahlungsemissionen von Sternen, wurden lange Zeit als mögliche Bedrohung für die Atmosphäre und die potenzielle Bewohnbarkeit von Exoplaneten angesehen. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass solche Ausbrüche nur eine begrenzte Bedrohung für Planetensysteme darstellen, da sie sich meist nicht gegen die Planeten richten.

Mit Beobachtungen des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) untersuchten Astronomen des Potsdam-Instituts für Astrophysik zusammen mit Kollegen aus anderen Ländern große Superflares, die in jungen, kleinen Sternen vorkommen. Diese Sterne, "Rote Zwerge" genannt, haben eine niedrigere Temperatur und eine geringere Masse als unsere Sonne.

Um Sterne dieses Typs wurden zahlreiche Exoplaneten entdeckt. Die Frage ist, ob diese Planeten bewohnbar sein können, da Rote Zwerge aktiver sind als die Sonne und in häufigeren und intensiveren Flares ausbrechen. Flares sind magnetische Explosionen in der Atmosphäre von Sternen, die große Mengen elektromagnetischer Strahlung in den Weltraum emittieren. Große Flares sind mit der Emission von hochenergetischen Teilchen verbunden, die in die um den Stern kreisenden Planeten eindringen und verheerende Auswirkungen auf die Atmosphäre des Planeten haben, sogar verdampfen können.

In einer neuen wissenschaftlichen Arbeit hat ein Team um Ekaterina Ilyina vom Astrophysikalischen Institut Potsdam eine neue Methode entwickelt, um die Lage von Sternflecken auf der Oberfläche eines Sterns zu bestimmen. Mit dieser Methode konnten die Forscher an einer Probe von 1000 Roten Zwergsternen, die vom TESS-Observatorium beobachtet wurden, 4 Sterne finden, auf die die Methode vollständig anwendbar war. Die Analyse zeigte, dass alle vier Sterne Flecken in Breiten über 55 Grad haben, was darauf hindeutet, dass sich Sternflecken in Roten Zwergen in den zirkumpolaren Regionen und nicht in den äquatorialen Regionen konzentrieren, erklärten die Autoren. Diese Schlussfolgerung wiederum legt nahe, dass stellare Superflares, die auf solchen Roten Zwergen auftreten, hauptsächlich nicht in die Ebene des Planetensystems gerichtet sind, sondern senkrecht dazu - dh nach außen in den umgebenden Raum. Wären die Flecken gleichmäßig über die Oberfläche des Roten Zwergs verteilt, dann würde die Wahrscheinlichkeit, bei vier zufällig ausgewählten Sternen nur eine Konfiguration mit Sternflecken in Breiten über 55 Grad zu treffen, nicht mehr als 1/1000 betragen, erklärten die Autoren.

Die Forschung wird in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.

Beliebt nach Thema