Wissenschaftler haben den Schädel eines 340 Millionen Jahre alten Tieres rekonstruiert
Wissenschaftler haben den Schädel eines 340 Millionen Jahre alten Tieres rekonstruiert
Anonim

Forscher der University of Bristol und des University College London haben fortschrittliche Techniken angewendet, um den Schädel eines der frühesten Tiere (derjenigen, denen bereits Gliedmaßen gewachsen sind) digital zu rekonstruieren.

Vierbeiner umfassen Säugetiere, Reptilien und Amphibien – vom Salamander bis zum Menschen. Ihr Ursprung ist der wichtigste Moment in der Evolution, der die Entwicklung von Gliedmaßen mit den Fingern und den Austritt aus dem Wasser an Land umfasst. Der 340 Millionen Jahre alte rekonstruierte Schädel der prähistorischen Amphibie Whatcheeria deltae zeigt, wie dieses Tier aussah und wie es wahrscheinlich gefressen hat.

Whatcheeria-Fossilien wurden 1995 in Iowa entdeckt. Sie wurden am Grund eines alten Sumpfes begraben und zerquetscht, aber Paläontologen konnten Bilder der ursprünglichen Form und Position der Knochen erhalten. Die Software half dabei, die Knochen vom umgebenden Gestein zu "trennen", und der CT-Scanner half dabei, genaue digitale Kopien jedes Fragments zu erstellen. Dann wurden all diese Teile zu einem einzigen 3D-Schädelmodell zusammengebaut.

Es stellte sich heraus, dass das Tier, das während seines Lebens eine Länge von etwa zwei Metern erreichte, einen hohen und spitzen Schädel hatte: Dieser unterschied sich von vielen anderen gleichzeitig lebenden frühen Tetrapoden - sie hatten flache Köpfe.

Wissenschaftler verbinden den Unterschied nicht mit dem Volumen des Gehirns, sondern mit den Prinzipien der Ernährung: Die Struktur des Schädels ermöglichte es der Amphibie, mit ihren großen Reißzähnen kräftige Bisse zuzufügen. Diese Schlussfolgerungen können aus dem Studium der "Nähte" gezogen werden, die die verschiedenen Schädelknochen verbinden: Einige von ihnen kommen besser mit Kompression zurecht, andere - mit Spannung, Verdrehung und so weiter.

"Indem wir uns diese Art von 'Nähten' ansehen, können wir erkennen, welche Kräfte auf den Schädel einwirkten und welche Art von Ernährung diese Kräfte auslösen könnte."

Und obwohl Whatcheeria noch hauptsächlich im Wasser jagte und modernen Krokodilen ähnelte, zeigt ihre Struktur bereits den Beginn der Anpassungsprozesse, die es späteren Tetrapoden ermöglichten, sich effektiv an Land zu ernähren.

Beliebt nach Thema