Neues Virus bei hawaiianischen Delfinen könnte globale Ausbrüche bei Meeressäugern auslösen
Neues Virus bei hawaiianischen Delfinen könnte globale Ausbrüche bei Meeressäugern auslösen
Anonim

Beim hawaiianischen Delfin wurde ein bisher unbekanntes Virus gefunden. Wissenschaftler befürchten, dass das Virus einen großen Ausbruch bei Meeressäugern auslösen könnte.

Wissenschaftler führten eine Autopsie an einem toten hawaiianischen Delfin durch, der an Land gespült wurde, und fanden ein neues Virus

Wissenschaftler der University of Hawaii in Manoa führten laut einer in der Zeitschrift Nature Scientific Reports veröffentlichten Studie eine Autopsie eines Fraser-Delfins (Lagenodelphis Hosei) durch, der 2018 in Maui an Land gespült wurde. Der Körper des jungen Mannes war in guter Verfassung, aber seine Organe und Zellen zeigten Krankheitszeichen. Die genetische Analyse enthüllte den Schuldigen: "einen neuen und sehr unterschiedlichen Stamm des Morbillivirus", von dem Wissenschaftler "vorher nichts wussten".

Morbilloviren sind eine breite Gattung von Viren, die beim Menschen Masern, bei Hunden und Katzen Pest und Rinderpest verursachen. Cetacean-Morbilloviren sind für den Menschen ungefährlich, können jedoch die Walpopulationen ernsthaft schädigen. 2013 wurden im Südpazifik zwei Morbillivirus-Stämme bei Delfinen gefunden. Dies führte zum Tod von mindestens 50 Delfinen in Westaustralien und mehr als 200 Delfinen in Brasilien.

Das neue Cetacean-Morbillivirus wurde bisher nur bei einem Delfin gefunden. Wissenschaftler können jedoch weniger als 5% der in Hawaiis Gewässern getöteten Wale aufspüren, sodass das Ausmaß des Problems unklar bleibt.

Frasers Delfine sind äußerst gesellig und freundlich. Sie vermischen sich oft mit anderen Delfinen und Walen. Dadurch kann sich der Erreger auf der ganzen Welt ausbreiten.

Die Autoren der Studie sind besorgt und sagen, dass Wildtiermanager und Umweltschützer auf der Hut sein müssen.

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