Die Sonne verändert die Mondoberfläche viel intensiver als bisher angenommen
Die Sonne verändert die Mondoberfläche viel intensiver als bisher angenommen
Anonim

Winzige Nanopartikel aus Eisen sind, anders als jede natürliche Form dieses Materials auf der Erde, auf der Mondoberfläche allgegenwärtig - und Wissenschaftler versuchen, den Grund für diese Unterschiede zu verstehen. Eine neue Studie unter der Leitung des Doktoranden Christian J. Tai Udovicic von der Northern Arizona University, USA, enthüllt wichtige neue Details, um die überraschend hohe Aktivität der Mondoberfläche zu verstehen. In ihrer Arbeit zeigen Tai Udovicic und seine Kollegen, dass die Sonnenstrahlung möglicherweise eine wichtigere Quelle für Mondeisenpartikel war als bisher angenommen.

Asteroidenkollisionen und Sonnenstrahlung wirken sich auf den Mond auf einzigartige Weise aus, da dem Mond ein schützendes Magnetfeld und eine Atmosphäre fehlen, die einen ähnlichen Einfluss im Fall der Erde reduzieren würden. Sowohl Asteroiden als auch Sonnenstrahlung erodieren Mondgestein und Boden und bilden Eisennanopartikel (einige kleiner, andere größer), die von den wissenschaftlichen Instrumenten der Mondorbiter an Bord entdeckt werden können. Diese Studie verwendete Daten, die von der NASA und der japanischen Raumsonde JAXA gesammelt wurden, um zu bestimmen, wie schnell sich Eisen-Nanopartikel im Laufe der Zeit auf dem Mond bilden.

„Wir haben lange geglaubt, dass der Sonnenwind nur einen marginalen Einfluss auf die Entwicklung der Mondoberfläche hat, obwohl er tatsächlich der wichtigste Faktor bei der Bildung von Eisen-Nanopartikeln sein könnte“, sagte Tai Udovicic. „Weil Eisen viel Licht absorbiert, können schon sehr kleine Mengen dieser Partikel aus sehr großen Entfernungen nachgewiesen werden – sie sind damit ein hervorragender Indikator für Veränderungen auf der Mondoberfläche.“

Zur Überraschung der Forscher bildeten sich die kleineren Eisen-Nanopartikel im gleichen Tempo wie die Strahlenschäden an den Proben, die die Astronauten der Apollo-Mondmission gesammelt hatten – und dies deutet darauf hin, dass die Sonne stark an ihrer Entstehung beteiligt war, schließen die Autoren.

Die Arbeit wurde in der Zeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht.

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