Wissenschaftler haben aufgezeichnet, wie Wildschweine ihre Verwandten durch das Öffnen der Falltüren gerettet haben
Wissenschaftler haben aufgezeichnet, wie Wildschweine ihre Verwandten durch das Öffnen der Falltüren gerettet haben
Anonim

Wissenschaftler haben einen Fallenkäfig aufgestellt, um Wildschweine zu fangen, und Kameras aufgestellt, um Bewegungen aufzuzeichnen. Sie fingen schließlich ein Wildschwein, das einen Holzscheit anhob, um den Käfig zu öffnen, und befreite zwei andere darin gefangene Wildschweine - der erste beobachtete Fall von Rettungsverhalten bei Wildschweinen.

Rettungsverhalten bei Tieren ist eine Form prosozialen Handelns, bei der ein Individuum (Retter) ein anderes Individuum (Opfer) in einer unangenehmen oder gefährlichen Situation befreit.

Konkrete Beispiele für dieses Phänomen sind Ratten, die eingesperrte Käfiggenossen befreien, und Ameisen, die Mitglieder ihrer Kolonie in einer im Sand vergrabenen Nylonfalle retten.

Das Rettungsverhalten unterscheidet sich von anderen Hilfeleistungen durch seine komplexe Organisation. Um als Rettungsverhalten zu qualifizieren, muss es vier Anforderungen erfüllen.

Erstens muss sich das Opfer in einer Situation befinden, die eine physische Bedrohung darstellt, wie z. B. Verletzung oder Tod.

Zweitens gefährdet der Retter sich selbst, wenn er versucht, das Opfer zu befreien; Der Rettungsversuch stellt für den Retter potenziell hohe Kosten dar und wird daher als extreme Form prosozialen Verhaltens angesehen.

Drittens sind die Handlungen des Retters der Situation des Opfers angemessen, auch wenn der Rettungsversuch erfolglos blieb.

Schließlich hat der Retter keinen unmittelbaren Nutzen in Form von Nahrungsbelohnungen, sozialen Kontakten, Schutz oder Paarungsgelegenheiten.

Wissenschaftler haben ihre Forschung in der Zeitschrift Nature veröffentlicht soziale Wahrnehmung. Im beobachteten Fall befreite ein erwachsenes Weibchen zwei junge Eber aus dem Fallenkäfig.

Der Vorfall wurde von einer Fallenkamera erfasst, die alle zwei Minuten schießen und den Besuch der Maisköderfalle überwachen sollte.

Die Fallen dienen der individuellen Markierung von Wildschweinen, die Teil der Bewegungsökologie und Präventionsmaßnahmen der Afrikanischen Schweinepest sind.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2020 und ist auf 93 Fotos festgehalten. Zwei Eber wurden zusammen für 2 h 35 min gefangen. Der Rest der Eber kam nach 2 Stunden und 6 Minuten am Fangplatz an und unternahm eine offensichtliche Rettungsaktion.

Die gesamte Veranstaltung dauerte 29 Minuten und beinhaltete mehrere gezielte Versuche, die Baumstämme aus den Falltüren zu entfernen. Sie wurden nach nur 6 Minuten erfolgreich entfernt.

Aus der Bildfolge ist zu erkennen, dass das Weibchen sofort nach Ankunft mit ihrer Gruppe am Fangplatz mit der Rettung begann und die Gruppe unmittelbar nach der Freilassung der gefangenen Wildschweine wieder abreiste.

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