Die primitivste gefundene Eidechse
Die primitivste gefundene Eidechse
Anonim

Paläontologen haben in Argentinien den primitivsten Vertreter der Lepidosauriergruppe entdeckt, zu der Eidechsen und Schlangen gehören. Er lebte vor etwa 231 Millionen Jahren. Der Fund ermöglicht einen neuen Blick auf die Evolution dieser zahlreichsten modernen Wirbeltiergruppe. Die Forschung wird in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Reptilien haben einen sehr langen Entwicklungsweg zurückgelegt und nehmen heute einen sehr wichtigen Platz in den meisten terrestrischen Ökosystemen ein. Die größte Gruppe ist Lepidosauria, zu der alle Eidechsen und Schlangen gehören. Heute gibt es 11.000 Arten von Lepidosauriern, was sie nicht nur unter den Reptilien, sondern unter allen modernen Wirbeltieren zur größten Gruppe macht.

Die Frühgeschichte der Lepidosaurier (vor 260-150 Millionen Jahren) ist jedoch sehr lückenhaft. Der Grund dafür ist typisch - ein Mangel an Fossilien. Doch ein neuer Fund könnte die Lücken schließen. Wissenschaftler haben den primitivsten Lepidosaurus entdeckt, der jemals in der argentinischen Ischigualasto-Formation entdeckt wurde. Eine neue Art, die vor 231 Millionen Jahren in der späten Trias lebte, wurde Taytalura alcoberi genannt.

Paläontologen haben das Fossil mit hochauflösender Computertomographie analysiert. So bestätigten sie, dass das gefundene Tier zu Lepidosauriern gehört. Die weitere Verarbeitung der Daten ermöglichte es dem Team, die Anatomie des Fossils in hoher Auflösung im Maßstab von wenigen Mikrometern zu verstehen.

Unter Verwendung aller aus der CT gewonnenen Informationen wendeten die Wissenschaftler die Bayessche Evolutionsanalyse an. Mit seiner Hilfe bestimmten sie die Lage der Taitalura auf dem Evolutionsbaum. Es stellte sich heraus, dass das Reptil der primitivste Vertreter der Gattung war, von der alle Eidechsen und Schlangen abstammen.

Simoes stimmte zu: „Taitalura ist ein wichtiger Punkt im Reptilienbaum des Lebens, den es vorher nicht gab. Da diese Fossilien sehr klein sind, sind sie sehr schlecht erhalten. Und die Kandidatenfossilien, die wir haben, sind sehr fragmentiert und schlecht erhalten, sodass sie nicht so viele nützliche Daten für die Analyse liefern “, sagte Thiago Simois von der Harvard University.

Der Schädel der Taitalura zeigte, dass die ersten Lepidosaurier eher Tuatara als schuppige waren. Darüber hinaus unterschieden sich die Zähne der Taitalura von denen jeder lebenden oder ausgestorbenen Gruppe von Lepidosauriern. Wissenschaftlern zufolge zwingen uns die Merkmale der Taitalura dazu, die Evolution der Schmetterlinge neu zu betrachten.

Ebenso wichtig war, dass der Taitalura der früheste Lepidosaurier war, der in Südamerika gefunden wurde. Zuvor waren Vertreter der Gruppe hauptsächlich in Europa anzutreffen. Daher könnte der Fund darauf hinweisen, dass Lepidosaurier zu Beginn ihrer Evolutionsgeschichte über große Entfernungen wandern konnten.

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