Russland droht eine katastrophale Süßwasserknappheit
Russland droht eine katastrophale Süßwasserknappheit
Anonim

Russische Wissenschaftler warnen davor, dass der unangemessene Verbrauch von Wasserressourcen und das Fehlen eines Abwasserbehandlungssystems in einigen Regionen Russlands in 10-15 Jahren zu einer katastrophalen Wasserknappheit führen können.

Zuallererst werden die Gebiete Krim, Kalmückien, Krasnodar und Stawropol, Astrachan, Rostow, Wolgograd, Kurgan und Orenburg unter dem Mangel an Süßwasser leiden

Russland verfügt laut Entwurf des Staatsberichts „Zu Zustand und Umweltschutz 2020“über 4565 Kubikkilometer erneuerbare Wasserreserven. Wissenschaftler des Instituts für Wasserprobleme der Russischen Akademie der Wissenschaften sind jedoch überzeugt, dass man in einigen Regionen in 15 Jahren auf eine Katastrophe warten kann, wenn man unklug Wasser konsumiert und keine vollständige Abwasserbehandlung betreibt. Dies berichtete die "Parlamentskaya Gazeta".

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Wasserprobleme der Russischen Akademie der Wissenschaften Viktor Danilov-Danilyan stellt fest, dass Süßwasser in Russland ungleichmäßig verteilt ist - im europäischen Teil Russlands gibt es also nur 20% der Wasserressourcen und jenseits des Urals - die restlichen 80 %. Darüber hinaus befindet sich der größte Teil der Bevölkerung und Wirtschaft nur im europäischen Teil des Landes.

Außerdem verändert sich der Wassergehalt der Flüsse. Der Don seicht seit den 1990er Jahren, und im Jahr 2020 lag sein Abfluss 57,6% unter der Norm, geht aus dem Entwurf des Zustandsberichts des Ministeriums für natürliche Ressourcen hervor.

Laut Danilov-Danilyan wird der europäische Teil Russlands bis 2035 unweigerlich mit einer katastrophalen Wasserknappheit konfrontiert sein, wenn keine Innovationen eingeführt und die Flüsse nicht vor Verschmutzung geschützt werden. In der Risikozone vor allem die Gebiete Krim, Kalmückien, Krasnodar und Stawropol, Astrachan, Rostow, Wolgograd, Kurgan und Orenburg, wo immer noch Wassermangel herrscht.

Die Situation könnte durch die globale Erwärmung verschärft werden, glaubt der Wissenschaftler: Mit steigender Temperatur verdunstet zwar immer mehr Wasser von der Meeresoberfläche, bleibt aber länger in der warmen Atmosphäre. Und die Regenfälle werden häufiger, aber seltener und führen jetzt zu Dürren, dann zu Überschwemmungen, die bereits auf der Krim zu sehen sind.

Aber der Faktor Mensch richtet noch größeren Schaden an – einige Wasserquellen verschwinden durch unkontrollierte Nutzung, Produktionsabfälle werden in andere gekippt. Laut Experten können einfache, aber kostspielige Maßnahmen die Situation retten – Städte und Dörfer müssen mit Entwässerungs- und Kläranlagen ausgestattet werden, Deponien und Deponien mit Filtratfallen, und landwirtschaftliche Flächen müssen so aufbereitet werden, dass möglichst wenig schädliche Stoffe möglichst ins Wasser gelangen.

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